Ein neuer Arbeitsplatz

Manchmal sind es nicht die Fotos, die einen glücklich machen, sondern die Dinge die man auch anfassen kann – mit denen man arbeitet. Werkzeug eben. Aber manchmal muss auch die Umgebung stimmen damit man sich wohl fühlt und die Kreativität genug Raum zur Entfaltung hat.

Das Stück Holz im Roh-format

Gemeint ist diesmal der Ort an dem letzten Endes die Bilder entwickelt, Texte geschrieben und neue Abenteuer geplant werden.

Der Schreibtisch.

Am Anfang war da eine Idee – ein Konzept wie so etwas aussehen könnte. Auch stellte sich schnell die Frage nach dem Material. Kirsche, Buche, Akazie, Eiche, Nuss …    Die Wahl fiel schnell auf Nuss – weil es einfach eine wunderschöne und zeitlose Maserung hat.

Mit etwas Glück fand ich eine Schreinerei, welche mir eine solche massive Platte zu einem bezahlbarem Preis verkaufte. Zugegeben; das Stück Holz alleine sprengte schon das ursprüngliche Budget, welches ich für den kompletten Tisch vorgesehen hatte. Aber hinterher ob siegte dann doch die Begeisterung für dieses Holz. Besonders die Idee mit den Baumkanten gefiel mir von Anfang an.

Das Rennen für die passende Oberflächenbehandlung Machte das Öl. Auch wenn es dann anfälliger für Kratzer ist, so ist im Gegensatz zum Lack die Oberfläche besser geschützt, weil das Öl nicht auf der Oberfläche bleibt, sondern in das Holz eindringt und es auch von innen schützt. Zudem arbeitet es mit dem Holz und blättert nicht so schnell ab.

Der Strukturschliff der Baum-kannte

Nach dem die knapp 2m² Holz in einer Stärke von 40mm geliefert wurde, fing der Spaß erst richtig an:

Ohne Erfahrung und genaue Vorkenntnisse stürzte ich mich Hals über Kopf in die Arbeit.
Die Baumrinde musste erst mal runter. Da ich auf die Struktur aber nicht verzichten wollte, benutzte ich hierfür eine Strukturbürste mit möglichst groben Borsten – es sollte eine möglichst grobe Struktur entstehen.

Danach ging es ans Schleifen, ölen, schleifen, ölen, schleifen, ölen usw. Weil der April einfach nicht auf Temperatur kommen wollte, erhitzte ich das Öl zuvor mit heißem Wasser – damit sollte die Viskosität verbessert und ein tieferes Eindringen in die Poren ermöglicht werden. Schicht für Schicht wurde das Öl in das Holz eingearbeitet.

Dann endlich im Juni wurden die Tischbeine geliefert, welche ich extra anfertigen lies. Mit einer Tragverse damit ein eventuelles Duschbiegen der Platte vorgebeugt wird.

Zur Montage dieser Platte waren zwar die passende Holzschrauben mit geliefert worden, aber da ich diesen Tisch für mehrere Dekaden aufbaute, sollte etwas langlebigeres her: Gewindemuffen.

Ich testete zuvor einige aus dem Baumarkt und stellte schnell fest, dass es gar und gar unmöglich ist, diese gerade in das harte Holz ein zu treiben.
Im Netz fand ich dann Rampa-Muffen. Sie haben eine Führung und dank der Inbus-Futters sind sie belastbarer und ruinieren nicht das Innengewinde.
Die Idee hinter der Aktion ist die, dass das Tischgestell damit beliebig oft montiert und demontiert werden kann, ohne dass die Unterseite des Schreibtisches leidet oder man später das Gestell versetzen muss, weil die Schrauben nicht mehr halten.

Auch bekam jede Ecke vier Gewindemuffen zur späteren Montage von z.B. Kabelführungen oder Geräten.

Kurz zum Testen aufgestellt – alles Passt.

Den Feinschliff erhielt die Oberfläche dann mit der harten Rückseite von einem Küchen-Schwamm. Es hat eine ähnliche Eigenschaft wie 2000.er Schleifpapier, entwickelt jedoch keine Brandnester welche Kratzer verursachen. Danach wurde die gesamte Oberfläche ein letztes Mal geölt und dies dann mehrere Tage nicht angefasst.

Bei der ganzen Elektrik ist ein Chaos mit der Verkabelung so gut wie vorprogrammiert. Damit dies nicht passiert hatte ich noch einen kleinen Schrank dafür gebaut – aus Kiefer.  Damit dies der dunklen Farbe des Tisches gerecht wird, wurde es nicht mit Farben gefärbt, sondern mit Feuer. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

 

Da steht er nun in der frisch hergerichteten Ecke. Ich denke, weitere Worte sind hier nun überflüssig.

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