Einmal Bern und einmal Zürich

 Eigentlich war ein längerer Aufenthalt in Bern geplant – aber ein Telefonanruf eines guten Freundes lies es anders kommen. Statt sightseeing in der Hauptstadt der Eidgenossen, fotografierte ich eine Hochzeit in Liechtenstein und verkürzte meinen Aufenthalt in Bern von 3 Nächte auf eine einzige – welche einer privaten Angelegenheit diente. Da ich jedoch wenige Monate später nochmal in die Schweiz flog, gibt es dieses mal etwas von Zürich und mehr von „über den Wolken“.

In Bern blieben mir nur wenige Stunden – genauer gesagt drei. Davon war eine komplett für eine Führung durch das Bundeshaus reserviert. Jeder, der Bern besucht, sollte einmal an einer Führung durch das Bundeshaus teilnehmen. Das in drei großen Bauabschnitten erbaute Gebäude wurde im Jahr 1852 beginnend mit dem westlichem Gebäude – dem Bundeshaus West (Damals „Bundes-Rathaus“ genannt), 1892 mit dem östlichem Abschnitt – dem Bundeshaus Ost, sowie 1894 dem mittlerem Teil – dem Parlamentsgebäude im Jahr 1902 fertig gestellt.

Im Gegensatz zu den eher im schlichten Rundbogenstil errichteten Gebäuden Ost und West, ist das Parlamentsgebäude ein monumentales Repräsentationsgebäude im Neorenaissancestil mit Portikus. Die innere Architektur spiegelt die Geschichte und Verfassungsgrundlagen, sowie die kullturelle Vielfalt des Landes wieder. Dies wird zusätzlich durch die verwendeten Baumaterialien dieses Nationaldenkmals aus sämtlichen Landesteilen der Schweiz auf einer sehr eindrucksvollen Weise unterstrichen und ist nicht nur in der prächtigen Kuppelhalle zu bestaunen, sondern im komplettem Gebäude. Einzige Ausnahme bildet die riesige Statue der drei Eidgenossen in der Kuppelhalle, welche aus Italien stammt und mit über 15 Tonnen nicht umsonst eine hohe Gewichtung hat. Zwischen 2005 und 2008 wurde das Parlamentsgebäude erstmals nach über 100 Jahren saniert und den heutigen Bestimmungen wie Technik und Brandschutz angepasst.In der kostenlosen Führung durch einige Teile des Gebäudes lernt man nicht nur dessen Entstehung, sondern auch die Entstehung der Schweiz ein wenig besser kennen.Die Zeit während dieser Führung vergeht wirklich wie im Flug und die prunkvolle Kuppelhalle sieht man ganze drei Mal.


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Die im 12. Jahrhundert gegründete Stadt Bern ist ebenfalls etwas besonders. Denn sie schafft es mit ihren mittelalterlichen Strukturen aus dem 12. Jahrhundert dennoch die komplexen Funktionen einer Landeshauptstadt eines modernen Staates kompromisslos zu vereinen. Die Häuser der Altstadt sind typisch aus Sandstein gebaut und prägen mit den charakteristischen Lauben das Stadtbild – wodurch sie die längste überdachte Einkaufsstraße Europas bilden. Besonders unterhalb der Zytglogge ist das Alter der einzelnen Gebäude von 150 Jahren und mehr nach wie vor sichtbar und bietet mit den vielen Gassen und verwinkelten Lauben unzählige Motive und Details die es zu entdecken gibt.


Den zweiten Flug hatte ich etwas gezielter gebucht. Abflug um kurz vor 7 Uhr von Düsseldorf und den Rückflug Tage später von Zürich um ca. 19 Uhr. Beides zur Sonnenauf- und Untergsngszeiten. Noch am Gate in Düsseldorf war von dem bevorstehendem „wooow“ nichts zu sehen. Es nieselte leicht und bis zum Boden hing die trüb-graue Suppe. Aber wenige Minuten nach dem Abheben ging ein Raunen durch die Kabine. Die tiefe Wolkenschicht war durchbrochen und es bot sich das erwartete Bild! Der weitere Verlauf des Fluges war dann zwar weniger spektakulär, aber insgesamt deutlich besser als die zuvor! Die richtige Sitzplatzwahl und Flugzeiten sind hier entscheidend!
Im Gegensatz zu Bern ist Zürich da ganz anders. Eine Altstadt wie man sie in Bern vorfindet, sucht man hier vergebens. Dafür trumpft Zürich mit anderen Dingen. Wie z.B. mit der tollen Aussicht vom Uetliberg über die Stadt und der Umgebung.
Richtig schön waren die unzähligen Krokus-Blumen-Felder in den Parks. Während es in Deutschland mit 5°C bis 11°C noch recht winterlich zuging, war der Frühling in Zürich schon angekommen. Auch wenn die Nächte noch recht frisch und auf den Erhebungen noch Schneereste zu sehen waren. Leider machte die gigantische Dunstglocke die Fernsicht kaputt, sorgte andererseits für eine entsprechende Atmosphäre in den Abendstunden.


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Empfehlenswert für Flugreisende ist, den Rückflug möglichst bei Sonnenuntergang zu buchen – Eine Sitzplatzreservierung ist empfehlenswert – möglichst die A-Bestuhlung, also auf der linken Seite. Sofern der Flug vor 21 Uhr und bei Westwind stattfindet, bekommt man mit etwas Glück mit dem Start auf der Piste 28 und einer anschließenden Linksschleife einen tollen Überflug über die Stadt, respektive dem Flughafen geboten. Das schaut dann in etwa so aus:

Die Meinungen zum Fotografieren während der Start- und Landungsphase gehen weit auseinander. Ich teile zwar nach wie vor die Meinung, dass man den Sendebetrieb eines Gerätes bei den kritischen Phasen eines Fluges abschalten sollte (Start und Landung) Aber so lange es nichts sendet, man dies so ziemlich bedenkenlos nutzen kann. Somit auch eine Kamera, ein e-Book oder den MP3 Player. Darüber hinaus gibt es noch keinen bekannten Fall, in dem eine Kamera, ein MP3-Player oder ein e-Book einen Konflikt ausgelöst hat. Und das, obwohl immer mehr Airlines ihre Maschinen mit einem Kabinen-WIFI ausstatten und das Surfen über den Wolken ermöglichen.


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